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  • Bruce Straight

Roboter-Briefe


Kürzlich las ich über Bond, eine Firma, die mittels Texting App, Roboterarm und Füllfeder Briefe und Karten in der persönlichen Handschrift erstellt und versendet. Mein erster Gedanke war WOW, was für eine coole Idee. Wie einfach wird es damit, die Kommunikation mit wichtigen Kunden durch eine persönliche Note aufzuwerten, ohne den Stress um Briefpapier, Marken, Postkastensuche und Bemühung um eine schöne Handschrift. Der Empfänger würde gerührt sein, meine Botschaft würde herausstechen aus der Flut an EMails, Tweets, Posts und Sonstigem. Gar nicht zu reden von der Möglichkeit von “Copy & Paste”.

Je mehr ich jedoch darüber nachdachte, desto mehr wandelte sich meine anfängliche Begeisterung in Skepsis und schließlich Ablehnung. Auf den Punkt gebracht geht es bei Bond darum, mit einer zwischendurch getexteten Nachricht Wertschätzung sowie Zeit- und Gedankeninvestment vorzutäuschen.

Ihre besten Kunden sind genau zu diesen geworden, weil Sie Zeit in die Beziehung investiert haben. Die Entwicklung von Vertrauen kann man nicht abkürzen. Es ist eine Illusion zu glauben, man könne Wertschätzung im Sinne von “Ich nehme mir Zeit, weil du mir wichtig bist” vortäuschen. Die Qualität einer Botschaft korreliert mit dem Zeit- und Überlegungsaufwand, den man ihrer Formulierung widmet. Eine nebenbei verfasste Nachricht wird nicht tiefsinniger, wenn sie in Handschrift gegossen ist. Ein Brief wird gerade dadurch wertvoll, dass wir uns hinsetzen und jedes Wort abwägen, bevor wir es zu Papier bringen.

Machen Sie sich nichts vor, Ihr Kunde wird den Unterschied merken und Ihre Heuchelei durchschauen. Erinnern Sie sich einfach daran, als Sie noch Kind waren. Hätten Sie gewagt, den Brief ans Christkind mit diesem App zu verfassen?

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